Bericht

Co-Working boomt in Oberösterreich

GUUTE Verein, 4020 Linz


Arbeitswelt verändert sich: Co-Working wird auch
für größere Unternehmen zunehmend relevant
Neues Verzeichnis listet 60 Co-Working-Spaces in Oberösterreich auf


Raus aus gewohnten Arbeitsumgebungen, egal ob Büro oder Wohnzimmer, rein in die inspirierende Welt eines Co-Working-Spaces, heißt es immer öfter unter Oberösterreichs Unternehmen. Die Idee hinter Co-Working: Man benötigt kein eigenes Büro oder Infrastruktur mehr, sondern mietet sich – meist gegen eine Monatsgebühr – bei einem Co-Working-Anbieter ein. Dafür erhält man einen flexibel nutzbaren Arbeitsplatz und profitiert vom Austausch mit einer kreativen, innovativen Community. Bei einer Veranstaltung unter dem Titel „So geht Co-Working in Oberösterreich“ ging die WKOÖ-Sparte Information + Consulting dem Trend und den damit verbundenen Chancen auf den Grund.

„Schon bei unserem Forum IC 2021 ,Work (R)evolution‘ haben wir uns in der Information- und Consultingwirtschaft mit dem ,New Normal‘ der Arbeitswelt beschäftigt und die Pandemie hat gezeigt, wie schnell Zukunftsvisionen eben zu dem New Normal werden“, erklärt Christoph Schumacher, Obmann der Sparte Information + Consulting. „Flexibilität, Resilienz und Downsizing sind heute die uns alle beherrschenden Themen geworden und ,Flex Desk statt Fix Desk‘ ist geradezu zum Hygienefaktor geworden. Im Co-Working liegt vor allem die Chance, dass neue Kooperationen, neue Wissenscluster und Kompetenz-Netzwerke entstehen.“

Die Sparte Information + Consulting zählt mehr als 20.000 Mitglieder in den Bereichen Kommunikation und Medien sowie Consulting. Gerade in diesen Branchen spielen dynamische und flexible Arbeitsformen eine große Rolle. Schwerpunktmäßig sind es derzeit Ein-Personen-Unternehmen, Gründer und Start-ups - oft aus Kreativ- und Beratungsbranchen -, die Co-Working Spaces in Ober-österreich nutzen.

Das enorme Potenzial liegt darin, dass praktisch jeder von der inspirierenden Atmosphäre des Co-Office profitieren kann. So wurden in jüngster Vergangenheit auch verstärkt große Unternehmen, sogenannte Corporates, auf diesen Trend aufmerksam. Nur ein Beispiel: Mitarbeiter arbeiten anstelle des Homeoffice z.B. in einem Co-Working-Space in der Nähe und profitieren nicht nur von einer perfekten Infrastruktur inklusive Breitband, Drucker usw., sondern auch von einem sozialen und innovativen Umfeld, in dem das Arbeiten Freude macht.

Laut einer aktuellen Studie („Future Workplace“) ist die Hälfte der Angestellten in Österreich an einer Nutzung von Co-Working-Spaces interessiert. Gut jeder zweite Angestellte (53 Prozent) hat Interesse an einem temporären Wechsel des Arbeitsortes im Falle eines näher gelegenen Büros des Arbeitgebers; ein Viertel würde auf jeden Fall zumindest temporär den Arbeitsort wechseln wollen, würde der eigene Arbeitgeber eine Außenstelle bzw. ein Büro anbieten können, das näher am eigenen Wohnort liegt.

Neuer Katalog gibt einen Überblick
In der Praxis zeigt sich, dass es sehr viele unterschiedliche Konzepte zu Co-Working gibt, das Prinzip ist das Gleiche, die Ausgestaltungen sind aber individuell und einzigartig. Es lohnt sich also ein genauer Blick. In Oberösterreich gibt es bereits rund 60 Co-Working-Initiativen. Die Sparte Information + Consulting bietet gemeinsam mit den WKOÖ-Bezirksstellen und der JW Oberöstereich einen Katalog an, in dem sich bereits zahlreiche Co-Working Betrieber präsentieren.
Download unter:www.wko.at/branchen/ooe/information-consulting/Co-Working.html

Experten-Zitate (Referenten bei „So geht Co-Working in Oberösterreich“):

  • Sonja Krennmair, Workspace Wels: „Co-Working-Spaces bieten vor allem für EPU und Jungunternehmer eine leistbare Alternative zum Homeoffice. Besonders der berufliche und kreative Austausch mit Gleichgesinnten sowie der Arbeitsplatz ohne private Ablenkungen werden von unseren Co-Workern sehr geschätzt.“
  • Lucia Schramm, Gründerin Cowork OÖ: „Co-Working wird oftmals viel zu eng gedacht: Es braucht einerseits unternehmensübergreifende Kollaborations- und Lernräume, in denen offener Austausch und Fehlerkultur gefördert werden. Im ländlichen Raum braucht es vielfach eher multifunktionale Räume, wo verschiedene Akteure, wie z.B. Unternehmen, Vereine, Bildungs-, Sportinstitutionen, Pfarren gemeinsam für die Region mitgestaltend aktiv sind.“
  • Mario Pramberger, Unternehmensberater: „Co-Working – liebend gerne. Aber bitte nur dann, wenn’s wirklich passt. Für Co-Working-Betreiber heißt das: die Voraussetzungen kennen und berücksichtigen, damit das Potenzial von Co-Working auch zur vollen Entfaltung kommt.“
  • Andreas Höllinger, Obmann der WKO Rohrbach und Betreiber des „Granitlab CoWorking Space“: „Wir werden noch mehr über Co-Working und die damit verbundenen Chancen informieren. Viele wissen noch nicht, welch riesiges Potenzial gerade auch für ländliche Regionen darin liegt.“

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